Implantat Sofortbelastung

Was ist Sofortbelastung

Früher musste man bei Zahnimplantaten mit monatelangen Einheilungszeiten rechnen. Aber das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Unmittelbar nach der Operation werden Zahnimplantate mit einem Zahnersatz versorgt und den vollen Kaukräften ausgesetzt. Man spricht hier von einer Sofortbelastung. Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, sie haben ein meist schraubenförmiges oder zylindrisches Design. In den Kieferknochen eingepflanzt, ersetzen Zahnimplantate verloren gegangene Zahnwurzeln. Seit 1982 ist die Implantologie als gesicherte Therapieform anerkannt, wissenschaftliche Studien der letzten 30 Jahre belegen eine sehr hohe Erfolgsquote bei Zahnimplantaten. Es gibt unterschiedliche Zahnimplantatsysteme, für Sie sind die Unterschiede der am Markt befindlichen Systeme aber bedeutungslos. Alle Systeme sind nach jahrzehntelangem Wettbewerb sehr ausgereift.

Wie wird bei Sofortbelastung implantiert?

Heutzutage wird häufig die Schleimhaut gestanzt und dann werden in gleicher Sitzung Implantate und Zähne gemacht. Ob die Mundschleimhaut gestanzt oder auf geschnitten wird, hängt nicht von der prothetischen Versorgung ab, sondern davon wie die Schleimhaut beschaffen ist, ob Knochen während der Operation modelliert werden muss und ob der Operateur die Technik beherrscht. Die Implantation entwickelt sich immer mehr zu einem Minimalinvasiven Eingriff, wenn man die entsprechenden Techniken beherrscht. Trotz des kleinen Eingriffes sollte nicht vergessen werden, dass diese neuen Techniken nur dann zum gewünschten Erfolg führen, wenn die Bedingungen gut sind. Was versteht man unter guten Bedingungen? Es dürfen keine Entzündungen im Mund vorliegen, der Knochen muss ausreichend sein, zudem muss das Implantat eine gewisse Stabilität beim Eindrehen im Knochen erreichen (Primärstabilität).

Normale Implantation möglich?

Alternativen aus implantologischer Sicht zur Sofortbelastung ist die belastungsfreie Einheilphase nach erfolgter Implantation. In der belastungsfreien Einheilphase werden die Implantate für 2-3 Monate keinem Kaudruck ausgesetzt, dies ist z.B. bei mangelnder Primärstabilität der Implantate erforderlich. Mangelnde Primärstabilität liegt vor, wenn ein gewisses Drehmoment beim setzen der Implantate, nicht erreicht wird. Die speziellen Risiken bei der Sofortbelastung gleichen jenen der Implantation, weiters kann es aufgrund der früh einsetzenden Belastung und einer eventuell vorhandenen mangelnden Primärstabilität leichter zu einer Entzündung  und/oder einer bindegewebigen Einheilung des Implantates kommen, was Schlussendlich Implantatverlust bedeutet.

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